Autel EVO Lite+ Kompass kalibrieren nach harter Landung

· von Theo Laurent · 4 Min. Lesezeit

Autel EVO Lite+ Kompass kalibrieren nach harter Landung

Nach einer harten Landung Ihrer Autel EVO Lite+ sollten Sie den Kompass neu kalibrieren, bevor Sie wieder abheben. Erschütterungen können die internen Sensoren leicht verschieben, und das führt schnell zu Drift, ruckartigen Flugbewegungen oder im schlimmsten Fall zum berüchtigten Toilet-Bowl-Effekt, bei dem die Drohne in Kreisen um ihre eigene Achse taumelt. Wie Sie die Kalibrierung sicher und korrekt durchführen, zeigen wir Ihnen hier Schritt für Schritt.

Warum eine harte Landung den Kompass beeinflusst

Der Kompass, also das Magnetometer, sitzt bei der EVO Lite+ recht empfindlich verbaut und reagiert schon auf kleinste mechanische Verschiebungen. Eine harte Landung, sei es auf hartem Asphalt, bei böigem Wind oder durch einen missglückten Abfangversuch, kann folgende Probleme verursachen:

Woran Sie merken, dass eine Kalibrierung nötig ist:

Vorbereitung: Das brauchen Sie

Bevor Sie loslegen, sollten ein paar Dinge stimmen:

Schritt-für-Schritt: Kompass kalibrieren

  1. Drohne einschalten, aber noch nicht starten. Auf ebenem, nicht-metallischem Untergrund ablegen, zum Beispiel auf einer Wiese oder einem Holztisch.
  2. Öffnen Sie die Autel Explorer App und wechseln Sie zu den Fluggeräteeinstellungen (Zahnrad-Symbol, dann „Sensoren” oder „Kalibrierung”).
  3. Tippen Sie auf „Kompasskalibrierung”.
  4. Die App fordert Sie auf, das Fluggerät horizontal um die vertikale Achse (Z-Achse) zu drehen, bis eine LED-Bestätigung kommt. Meist blinkt die Status-LED grün oder wechselt die Farbe.
  5. Danach kippen Sie die Drohne um 90 Grad, Nase nach unten, und drehen sie erneut, um die zweite Achse zu erfassen.
  6. Warten Sie, bis „Kalibrierung erfolgreich” erscheint. Kommt stattdessen eine Fehlermeldung, wechseln Sie den Standort und probieren Sie es erneut. Manchmal reicht schon ein Wechsel um ein paar Meter, weil der Boden an einer Stelle magnetisch belastet ist.

Zusätzlich empfohlen: IMU-Kalibrierung

Nach einem harten Aufprall lohnt sich parallel auch ein Blick auf die IMU (Inertial Measurement Unit), denn Stöße beeinflussen genauso den Beschleunigungssensor:

Testflug nach der Kalibrierung

Nach der Kalibrierung sollten Sie einen kurzen Testflug auf etwa 2 bis 3 Meter Höhe machen:

Wirkt die Drohne dabei noch nervös oder zieht leicht zur Seite, lieber nochmal landen und die Kalibrierung wiederholen, statt es laufen zu lassen.

Wann eine Reparatur statt Kalibrierung nötig ist

Bleiben die Fehler nach mehrfacher Kalibrierung bestehen, spricht das eher für einen physischen Schaden:

In solchen Fällen hilft nur noch der Kontakt zum Autel-Support oder einer autorisierten Werkstatt. Ein beschädigtes Magnetometer lässt sich nicht wegkalibrieren, es muss ausgetauscht werden.

Fazit

Eine harte Landung ist kein Weltuntergang für Ihre Autel EVO Lite+, kann den Kompass aber durchaus aus der Spur bringen. Mit einer sorgfältigen Kompass- und IMU-Kalibrierung an einem magnetfreien Ort lässt sich die Flugstabilität in den allermeisten Fällen vollständig wiederherstellen. Bestehen die Probleme danach weiter, lohnt sich ein genauerer Blick auf mögliche physische Schäden. Lieber einmal zu viel geprüft, als beim nächsten Flug eine böse Überraschung erlebt.

#Autel EVO Lite+#Drohnenwartung#Kompasskalibrierung#Flugsicherheit